Besucherrekorde auf dem Wohnmobilstellplatz "Die Lage ist super", schwärmt Christian Hasselweiler aus Köln, der mit seiner Frau Helga und der sechsjährigen Enkelin Lea ein paar Tage auf dem Platz verbringt. "Für uns ist es wichtig, dass ein Schwimmbad in der Nähe ist und dass man Fahrradfahren kann. Das ist hier beides perfekt." Das Ehepaar wollte eigentlich mit Lea an die Nordsee fahren, aber das Wetter spielte nicht mit. Also disponierten die Drei um und kamen in die wärmere und windstillere Ortenau. Entdeckt haben sie den Kehler Wohnmobilstellplatz in einem Camping-Führer.
Dank dieser gezielten Werbung - der Stellplatz ist in 15 Fachzeitschriften und Internetportalen vertreten - und Mund-zu-Mund-Propaganda verzeichnet der Platz eine stetig steigende Besucherzahl, seit er im Landesgartenschaujahr 2004 eröffnet wurde: Im ersten Jahr ihres Bestehens brachte die Anlage Erlöse von mehr als 6360 Euro ein - dies entspricht bei einem Preis von sechs Euro pro Tag etwa 1060 Übernachtungen. 2010 waren es bereits deutlich mehr als doppelt so viele: für 2435 Übernachtungen nahmen die Technischen Dienste etwa 14 600 Euro ein. In diesem Jahr gibt es nochmals eine Steigerung: Von Januar bis Ende Juli zählte Uwe Bläsius von den Technischen Diensten 1485 Übernachtungen - im Vorjahreszeitraum waren es noch 1245. Selbst in den Wintermonaten kommen Gäste auf den Wohnmobilstellplatz, seit dieser mit Stromversorgungssäulen ausgestattet wurde: "Im Dezember 2010 waren 40 Camper hier, in diesem Januar immerhin noch elf und im Februar schon wieder 46", berichtet Uwe Bläsius.
Da der Platz vor allem in den Sommermonaten immer öfter komplett belegt ist, ist für das nächste Jahr eine Erweiterung geplant: "Zu den 20 Stellflächen kommen dann noch einmal 20 hinzu", sagt Uwe Bläsius. Die neuen Flächen sollen auch für Wohnmobile mit Überlänge Platz bieten, die bislang Probleme hatten, in der Anlage zu rangieren. Im Wirtschaftsplan der Technischen Dienste sind 60 000 Euro für die Erweiterung vorgesehen.
Auch nach der anstehenden Vergrößerung wird eine vorherige Anmeldung nicht notwendig sein: Wer mit seinem Wohnmobil auf dem Platz übernachten möchte, kann jederzeit spontan an- und abreisen, ohne sich an Öffnungszeiten zu halten. Gezahlt wird an einem Automaten, der Beleg wird hinter der Windschutzscheibe platziert. Ein Platzwart kontrolliert, ob jeder bezahlt hat. Ebenfalls per Münzeinwurf funktionieren der Wasserautomat und die 16 Stromanschlüsse. 50-Cent-Münzen - soviel kostet eine Kilowattstunde - werden deshalb auf dem Platz manchmal zur Mangelware: "Habt ihr noch ein 50-Cent-Stück?", fragt ein Nachbar die Hasselweilers aus Köln. Aber sie müssen verneinen und finden damit noch einen kleinen Kritikpunkt: "Ein Geldwechselautomat wäre gut", sagt Helga Hasselweiler. Auf diesen verzichten die Technischen Dienste jedoch, um Vandalismus vorzubeugen.
Daten und Fakten:
Der Wohnmobilstellplatz bietet derzeit Platz für 20 Wohnmobile. Ein Stellplatz kostet sechs Euro pro Tag. Der Preis für etwa 80 Liter Wasser beträgt einen Euro, Strom kostet 50 Cent pro Kilowattstunde. Ein Platzwart ist täglich vor Ort und steht für Auskünfte zur Verfügung. Informationen über mögliche Tagesausflüge, Fahrradrouten und Fahrpläne des öffentlichen Personennahverkehrs sind an einer Info-Tafel mit Prospektmaterial zu finden.
18.08.2011